Bella - Out of Control

Das Chaosweib in mir

Mein momentanes Leben hält derzeit einige Hürden für mich bereit. Auch schreckliche Launen die mich immer wieder plötzlich wie aus dem Hinterhalt angreifen. Es ist richtiggehend grausam. Heute kam ich nach Hause, war entschuldigt ein bisschen mehr als eine Stunde früher aus dem Gym zu kommen, und was passierte? Ich habe nur in einem durch gemeckert und geschimpft. Ein Arzttermin stand an und ich musste meine verschollene E-Card suchen, die jetzt leider noch immer verschollen ist. (Ich muss mir eine Neue bestellen, ich Chaosweib)... Ich suchte, durchwühlte mein leicht chaotisches Zimmer, doch es war wirklich nirgends zu finden, der "Schas". Ich weiß nicht wie ich das schaffe. Es ist mir vor kurzem klar geworden; Ich habe eine zerstörerische Wirkung auf meine Umwelt. Wenn ich so all meinen Elektronikgeräte durchgehe die in meinem Besitz sind (in meinem Besitz grausam misshandelt wurden), wird mir schlecht. Genauso wie bei den Versuchen meiner Mutter mir jene Zerstörungsakte immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. In dem Buch "Jesus von Texas" gibt es eine Theorie die mir sehr gut gefällt und mich an genau das erinnert, was meine Mutter mit mir versucht und was ihr leider auch gelingt... Bei der Geburt eines jeden Menschen wird eine Wunde in den Rücken des Menschen gebohrt (von der Mutter selbst) und ab dem Tag an stochern Mitmenschen die einem Nahe stehen in dieser Wunde. Sie erinnern einen an Schandttaten die man einmal begangen hat. Die einem HEUTE absolut peinlich sind, aber die IMMER UND IMMER WIEDER AUFGEWÄRMT werden. Meine Mutter steckt also ihre Finger zum wiederholten Male ihre Finger in die Wunde und hält mir vor, ich würde all meine elektronischen Geräte unbrauchbar machen. Den Display der Handy-Kamera habe ich zerkratzt. Mein Handy wurde überfahren. Mein i-pod hat einen argen Sprung im Display. Was ich dazu sage? Es waren alles schreckliche Unfälle, doch mein Mutter meint, dass es eben nicht auf solche Umstände ankommt, sondern nur darauf, dass es passiert IST und dass sie nicht will, dass eben dieses mit ihren noch heilen Sachen passiert. Ich habe gemerkt, dass ein erwidern auf solche Stochereien fast unmöglich ist. Den Versuch sich zu verteidigen kann ich genauso schnell aufgeben wie den die Schandttaten meiner Mutter aufzuzählen. Es führt einfach IMMER dazu, dass ich alles kaputt mache (aus ihrem Mund wirkt es jedes Mal so, dass ich alles willentlich und wissentlich kaputt mache) und dass das nicht mit ihren Sachen passieren soll. Schrecklich irgendwie. Es fühlt sich absolut schrecklich an wie eine Gefahr gehandelt zu werden, doch seitdem ich eingehend darüber nachgedacht habe, wirkt es logisch und ist nur noch umso mehr verletzend, aber egal. Das hat wenig mit dem zu tun was heute passiert ist. Meine Mutter hat sich unendlich auf ihr Fahrrad gefreut. Ich war von Anfang an skeptisch. Ich mag es wirklich nicht als eine ewige Skeptikerin und Schwarzseherin dazustehen, aber vielleicht bin ich es einfach und will es nicht wahr haben. Der Haken bei dem ganzen Fahrrad betrifft eigentlich nicht das Fahrrad selbst sondern meine Mutter die ein extremes Übergewicht hat. (Deswegen meine Skepsis) So kam das Special-Rad meiner Mutter geliefert, sie stand mit Tränen in den Augen vor Freude da (ich, wie ich schon erwähnte, giftete nur herum wegen irgendeinem Schas (= der E-Card)) und wollte natürlich sogleich ihre ERSTE Runde mit dem neuen Ding drehen. Wenige Minuten später hörte ich wieder die Tür. Wieso war sie denn nur so kurz draußen gewesen? Ich ging zu ihrem Zimmer und fragte sie mit einer entgifteten und ehrlich interessierten Stimme wie denn die erste Fahrt so gewesen sei. Sie antwortete, dass sie zu dick sei um zu fahren, da sie ihre Beine nicht wirklich heben konnte. Sie saß auf ihrem Sessel in dem dunklen Zimmer (in einer Wohnung eines Sozialbaus), dass auch sehr unordentlich ist und malte zusammengesunken auf ihrem Schreibtischsessel eines ihrer Aquarelle. Diese ganze Szene stimmte mich unendlich traurig. Zum einen freute es mich nicht, dass sie nicht fahren konnte, denn ich hatte es ihr wirklich von ganzem Herzen gewünscht, obwohl ich von Anfang an (als Miesepetra) gesagt hatte, dass sie sich nicht zu große Hoffnungen machen sollte. Zum anderen ist es total schrecklich, dass ein Mensch zu dick ist um sich so einen einfachen (Herzens-)Wunsch wie Fahrrad zu fahren erfüllen zu können. Noch schrecklicher natürlich, wenn es die eigene Mutter ist. Und was wahrscheinlich als Grausamkeit gewertet werden kann: Mir wurde einmal mehr klar, dass ich so nie im Leben enden will. Wirklich. Ich möchte nie mit meinem Übergewicht alleine in einem dunklen Zimmer verlassen dasitzen, meine undankbare Tochter als Zeugin. Und ich habe tief in meinem innersten Angst, dass es doch so kommen wird. Seufz. [gehört? russkaja - kasatchok superstar]

27.4.09 18:49

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